Die Symbolsprache ist die Ursprache, die heute fast gänzlich ausgestorben ist. Die symbolische Sprache besteht nicht aus dem gesprochenen Wort, sondern aus Bildern. Sie gibt also Gefühle oder Gedanken in Bildern und dessen enthaltenen Symbolen wieder. Wenn du dich zum Beispiel sehr einsam fühlst, könnte bildlich eine Wüstenlandschaft sichtbar werden. Oder wenn du dich verliebt hast als eine aufgehende rote Rose. Es ist wie im Alltag. Schaust du dir ein Foto vom ersehnten Strandurlaub an, empfindest du Ruhe, Entspannung und Freude. Diese Bilder sprechen also auf Gefühlsebene zu dir, nur nicht in gesprochener sondern in visueller Form. Die Kunst ist es diese Symbole und deren Bedeutung zu verstehen. Sie können ganz persönlicher Natur sein oder universeller, welche für alle Menschen das Gleiche symbolisiert. Und da es hierfür kein allgemeingültiges Lehrbuch geben kann, ist sich jeder selbst ein Lehrer. Würden zehn Personen einen Stummfilm anschauen, erhielten wir auf Grundlage deren Stimmung und Erfahrungen je eine andere Geschichte.

Das spannende an der Symbolsprache ist, dass sie uns jede Minute unseres Lebens begleitet. Tag wie Nacht. Denn am Tage, wenn wir wach sind und unser Verstand unser Handeln und Überleben lenkt, sehen wir nichts anderes als Bilder und Symbole, unser Umfeld. Wir nehmen jedoch meistens nur einseitig durch Gedankengänge wahr was wir sehen und lassen die Eindrücke unser Intuition und unserer Gefühle außer Acht. Auch dann, wenn sich Dinge wiederholen. Unseren wiederholenden Träumen würden wir große Aufmerksamkeit schenken. Gleichen Geschehnissen im Außen allerdings kaum. Wenn wir uns diesen Wiederholungen im Alltag zuwenden und sie genauso interpretieren wie unsere Träume, werden wir auf sehr interessante, verborgene Hinweise stoßen, die unser Leben gerade beeinflussen oder das aufzeigen was wir übersehen. Wir dürfen einfach auf das achten, was im Alltag um uns herum und mit uns geschieht. Wir werden sozusagen in jeder Minute geleitet.

Märchen verwenden ebenfalls die Symbolsprache und sind für uns deshalb so faszinierend. Versuchen wir sie mit dem Verstand zu verstehen scheitern wir und nehmen nur die äußere Kulisse wahr. Sind wir unseren Gefühlen, unserem verborgenen Wissen, jedoch näher gekommen und verstehen die Sprache der Symbolik, werden wir erkennen, dass sich dahinter sehr Tiefgreifendes verbirgt. Sie sprechen dich im Inneren an und genau aus diesem Grund ist eine Identifikation so schnell hergestellt. Würde man Märchen als Film aufs alltägliche Leben übertragen würden mit Sicherheit einige das Kino verlassen, da die Realität ein zähes Bild abliefern würde. Bunt und niedlich verpackt jedoch wird der Zugang möglich.